Am 26. April machte sich viele Menschen auf den Weg zur Gemeindewallfahrt von Nottuln nach Billerbeck. Auf Initiative der Pfarrei St. Martin Nottuln folgten zahlreiche Pilgerinnen und Pilger der Einladung, sich unter dem Leitwort „… trägt …“ gemeinsam auf einen geistlichen Weg zu begeben.
Die Wallfahrt begann an verschiedenen Startpunkten: in der St.-Martinus-Kirche sowie am Liebfrauenkindergarten in Nottuln. Familien mit Kommunionkindern, Fuß- und Radpilger, sowie weitere Teilnehmende wählten unterschiedliche Wege und Tempi – verbunden durch das gemeinsame Thema und das Ziel im Billerbecker Dom.
Zu Beginn wurden die Pilgerinnen und Pilger eingeladen, einen Stein mitzunehmen – als Symbol für eine Last, eine Verantwortung oder einen Menschen, den sie auf ihrem Lebensweg tragen. Bereits die erste Station machte deutlich: Tragen gehört zum Menschsein. Wir werden getragen – von Anfang an – und übernehmen später selbst Verantwortung für andere und für uns selbst.
Unterwegs boten weitere Stationen Raum für Gebet, Gesang und Impulse. Eine Fabel vom Vogel, der meinte, den Himmel tragen zu müssen, regte zum Nachdenken über übernommene Lasten an. Bibeltexte aus dem Buch Jesaja erinnerten daran, dass Gott selbst zusagt, sein Volk zu tragen – von der Geburt bis ins Alter. In Partnergesprächen tauschten sich die Pilgerinnen und Pilger darüber aus, von wem sie sich getragen fühlen und was sie im Leben mit sich tragen.
An der letzten Station stand das Evangelium von der Heilung des Gelähmten im Mittelpunkt. Die Erzählung von den vier Menschen, die ihren Freund zu Jesus tragen, machte deutlich, wie wichtig gegenseitiges Mittragen, Vertrauen und Gemeinschaft sind – und dass Heilung oft dort beginnt, wo Menschen füreinander einstehen.
Im Billerbecker Dom kamen schließlich alle Gruppen zusammen. In einer Abschlussaktion legten die Teilnehmenden ihre mitgebrachten Steine in einen Korb vor dem Altar zurück – als Zeichen dafür, Belastendes bewusst loszulassen und darauf zu vertrauen, dass Christus weiterträgt, was sie selbst nicht allein tragen können. Die gemeinsame Messfeier um 15 Uhr bildete den geistlichen Höhepunkt der Wallfahrt.
Bei Essen und Getränken im Anschluss klang der Tag in guter Atmosphäre aus. Die Gemeindewallfahrt war geprägt von Gemeinschaft, Offenheit und vielen Begegnungen – ein sichtbares Zeichen dafür, dass Glauben unterwegs geschieht und getragen wird: von Gott und von den Menschen miteinander.
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